
Es gibt viele erhaltenswerte Fahrzeugmodelle von ebenfalls vielen Automobilherstellern. Doch bei einigen dieser Vehikel scheitern Wartung und Instandsetzung an der mangelnden Verfügbarkeit von Verschleiß- und Ersatzteilen. In der Benz-Community und einigen anderen Liebhaberkreisen weiß man sich bei einem Bedarf an neuen alten Teilen geschickt zu helfen.
Kauf versus Nachfertigung: Von Originalteilen, Repliken und Sicherheitsfragen
Im Folgenden stellen wir drei bedeutende Beschaffungswege ins Profil, die sich in den Kreisen von Mercedes Oldtimer-Aficionados etabliert haben. Zum einen schauen wir auf die gängige und simple Praxis, Mercedes Originalteile käuflich zu erwerben. Anschließend blicken wir auf kommerzielle Nachbauten und sprechen über Heim-Replikation und die mit ihnen verbundene Sicherheitsfrage.
Mercedes Oldtimer: Original-Ersatzteile kaufen
Für Modelle wie den 190SL, das W112 Coupé Cabriolet und den Mercedes Ponton ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen verhältnismäßig gut. Auch für viele andere Fahrzeuge des Stuttgarter Automobilherstellers, die ab 1946 produziert wurden, sind viele erhältliche Artikelnummern dokumentiert. Das erleichtert Hobbyschraubern, Automechanikern und Restaurateuren den Instandhaltungs- und Restaurationsprozess enorm. Denn zum einen reduziert die Verfügbarkeit im deutschsprachigen Raum die Wartezeiten. Zusätzlich sichert dieser Umstand den Oldtimer-Fans auch etwas zu, worauf in Fachkreisen stets penibel geachtet wird.
Immer im Original: Authentizität als Qualitätsmerkmal
Ersatzteilproduktionen der Automobilhersteller sind in Restaurateurskreisen und bei Mercedes-Liebhabern ein Qualitätsmerkmal. Diese Tatsache rührt aus dem Umstand, dass hier auf eine gleichbleibende Qualität geachtet wird und die Hersteller die Ansprüche kennen, die ein Fahrzeug seit Jahrzehnten an seine einzelnen Teile stellt. Wer mehr Perfektionismus beim Tuning einbringen möchte, kann nicht nur Originalteile kaufen, sondern historische Autoteile, die aus dem Produktionsjahr des Fahrzeugmodells stammen. Dann gelten jedoch die Vorteile neuer Ersatzteile (wie geringe Wartezeiten und gute Verfügbarkeit) stark eingeschränkt oder gar nicht.
Nachfertigung: Ein Lösungsansatz zur Ersatzteilbeschaffung?
Neben Oldtimermodellen, mit hervorragender Ersatzteilverfügbarkeit gibt es selbstverständlich auch jene, die eine jahrelange Jagd nach dem passenden Originalteil nach sich ziehen. Viele Oldtimer-Enthusiasten drängt das zum Kauf von Repliken. Grundsätzlich ist bei kommerziell produzierten Nachfertigungen wenig einzuwenden. Es ist nur eben kein Originalteil.
Reverse Engineering auf der heimischen Werkbank
Der 3D-Druck ist massentauglich. Hierbei kann man unzählige Gegenstände des Alltags mithilfe eines Scanners abtasten und diese dann zu Hause replizieren. Auch digitale Blaupausen für die Herstellung ohne eigenen Scan sind für eine ganze Reihe von Gegenständen erhältlich. Für Oldtimer-Ersatzteile ohne nennenswerte mechanische Bedeutung oder funktionelle Tragkraft mag das eine gute Notlösung sein. Schaltknäufe und andere Zierelemente können so im Handumdrehen selbst designet und angefertigt werden. Dagegen ist die Eigenproduktion von sicherheitsrelevanten Bauteilen und Teilen, die maßgeblich an der Motormechanik mitwirken, wenig empfehlenswert und mitunter sogar schadhaft, weshalb dieses Verfahren ohne fachliche Ausbildung nicht infrage kommen sollte.